Glück „At Home“ oder: Deko an die Front

Ambiente 2014

Rhein-Main ist Gastgeber für viele Messen. Die gerade stattgefundene Ambiente bezeichnet sich als weltweite Nummer 1 für Produkte rund um den gedeckten Tisch, Küche und Hausrat, Geschenk- und Dekorationsartikel sowie Wohnkonzepte und Einrichtungsaccessoires: 144.000 Fachbesucher aus 140 Ländern, mehr als 4700 Aussteller. Bezogen auf den privaten Konsum in Deutschland hat der private Einrichtungsbedarf mittlerweile eine Größenordnung von 40,4 Mrd. Euro jährlich erreicht (Zahlen aus 2012, ermittelt vom IFH-Institut für Handelsforschung im Auftrag der Messe Frankfurt). Das entspricht einem knappen Drittel des Umsatzes der Automobilindustrie im Vergleichszeitraum (Inland, 128 Mrd. Euro nach statista) und lässt erahnen, wie viel „Markt“ im Thema Wohnambiente tatsächlich steckt.
Bei diesen Größenordnungen darf man davon ausgehen, dass sich der Bedarf nach Dekorativem für das Aufrüsten der eigenen vier Wände nicht im Saisonalen (Ostern, Weihnachten etc.) erschöpft. Allerdings konnten wir keine Angaben recherchieren, die sich auf die Verweil- und Nutzungsdauer  von Gegenständen  beziehen, die zur persönlichen Ausgestaltung von Wohnungen und Häusern ausgewählt werden und vermutlich wurde auch noch nicht untersucht, ob und welchen Einfluss das Thema Nachhaltigkeit bereits auf den Interior-Bereich hat.
Unsere persönliche Beobachtung hat sich in den letzten Jahren dahingehend verfestigt, dass die Schnelligkeit, mit der Wohn-Moden wechseln, enorm zugenommen hat. (Das bezieht sich mittlerweile sogar auf die Werthaltigkeit von Immobilien und die schnell wechselnden Vorlieben modisch orientierter Kaufinteressenten, die ihr Interesse mehr und mehr auf den urbanen Raum richten.) Während beispielsweise noch auf der diesjährigen IMM in Köln durchaus überdimensionierte Leuchten (-schirme) häufiger zu sehen waren, sind diese auf der Ambiente kaum noch anzutreffen gewesen (ca. 1 Monat zeitlicher Abstand). Hingegen hat sich der Einrichtungsstil, den Luca Nichetto auf der IMM 2013 durch seine Version „Das Haus“ präsentierte (wir berichteten darüber im Beitrag Jan 2014), mittlerweile zu einer Art von Tsunami entwickelt. Um beim Beispiel Leuchten zu bleiben: diese sind nun klein, organisch geformt, geflochten bzw. Korb artig und hängen fast ausnahmslos in Gruppen. Wenn kein Pflanzen (-ähnliches) Material verarbeitet wurde, dann sprechen wir von Silber, Messing oder Kupfer, oft auch mit orientalischem Touch.
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Der trendorientierte und –suchende Besucher der Ambiente sah sich in diesem Jahr – mehr als in den letzten Jahren – vor die Frage gestellt: Wo ist denn nun die Grundströmung und in welche Richtung entwickelt sich der Wohngeschmack erkennbar, der uns in den nächsten Jahren begleiten wird? Die kurze Antwort lautet:
Everything goes! 
Die etwas präziser ausgebildete Antwort würde darauf verweisen, dass Trends, die man meint wahrzunehmen, sobald man sie etwas näher betrachtet, sich sofort mit anderen Trends vermischen  – sich vermischen lassen – und dadurch neu akzentuieren. Während unter einem Klassiker wie „Landhausstil“ eine weitgehend eindeutige Zuordnung von Wohnaccessoires vorgenommen werden kann, ist das bei dem aktuell präsentierten Angebot längst nicht mehr so klar. Natürlich gibt es nach wie vor zuverlässige Annäherungsmöglichkeiten, einen roten Faden in die Hand zu bekommen und damit die ersten Schritte zu absolvieren. Nehmen wir ein Thema wie Nordic/Danish, das scheint sicheres Terrain. Aber plötzlich gibt es jetzt dort riesige, farbige Poufs, gestrickt und in Formen, wie sie gerade auch für die oben beschriebenen Lampen IN sind. Diese Poufs passen natürlich auch zu ganz anderen Wohnstilen, und zwar völlig anderen. Die Frage ist: wie viel Nordic/Danish „nimmt man mit“ und ab wann handelt es sich einfach nur noch um ein Sammelsurium, das mehr Unruhe entstehen lässt, als es erträglich sein kann?
Das von der Messe Frankfurt beauftragte Stilbüro bora.herke.palmisano bietet durch vier jeweils voneinander abgegrenzte Erlebniswelten Hilfestellung, wie die überbordende Vielfalt segmentiert werden kann.
Eigenwillig: Stunning temper – fantasievoll und skurril
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Quelle: Bildarchiv Messe Frankfurt, Ambiente 2014
Erlesen: Subtle spirit – ästhetisch und harmonisch
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Quelle: Bildarchiv Messe Frankfurt, Ambiente 2014
Ursprünglich: Serene nature – natürlich, schlicht und unaufdringlich
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Quelle: Bildarchiv Messe Frankfurt, Ambiente 2014
Funktional: Striking mind – markant und eher geometrisch
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Quelle: Bildarchiv Messe Frankfurt, Ambiente 2014

Interessant ist, dass sich diese Trendbotschaften an ein internationales Publikum richten und keinesfalls lediglich auf den deutschen Käufer zugeschnitten sind. Wir haben bereits an anderer Stelle mehrfach kommentiert, dass auch zunehmend Immobilien ohne einen kulturell/regionalen Kontext gebaut werden, sondern weltweit unter der Kategorie MODERN rubrizieren. Vereinfacht könnte man sagen: eine Blue Jeans wird überall auf der Welt getragen und in welcher Form sie gerade angesagt ist, entscheiden die Mode Ikonen, die aktuell im Fokus stehen. Das Thema Wohnambiente scheint immer mehr ein modisches zu werden und dabei eben auch ein internationalisiertes.

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Ein weiterer Schlüssel, die aktuellen Wohntrends für eine nicht ganz so kurze Zeitspanne, zutreffend einzuschätzen, kann möglicherweise durch die Ergebnisse der im Auftrag der Messe Frankfurt durchgeführten Studie des IFH Instituts für Handelsforschung (erschienen zur Tendence 2013) genutzt werden. Hier wurde die unterschiedliche Orientierung von 20-30 jährigen und 50-60 jährigen in Hinblick auf das Thema persönliche Auswahl und Bedeutung von Wohnaccessoires untersucht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Jüngere zum Auf-u. Ausbau ihres Selbstwertgefühls durch Individualität und Funktionalität ihrer Einrichtung punkten wollen („Hauptsache es sieht gut aus und es hat nicht jeder.“), während die Älteren hochwertige und nachhaltige Produkte auswählen, um ihrem Bedürfnis nach innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit entsprechen zu können („Neben der Familie das Wichtigste (das Wohnen, Anmerk. d. Red.) im Leben.“). Die Studie geht davon aus, dass die Bedeutung von Dekorations- und Einrichtungsartikeln weiter zunehmen wird und kommt abschliessend zu folgender Einschätzung: „Das eigene Zuhause wird erst durch die persönliche Dekoration gemütlich und wohnlich. Sie trägt damit einen entscheidenden Teil zum Abschalten vom stressigen Alltag und zur Entspannung bei.“ Das klingt nicht wirklich revolutionär, ja fast langweilig.

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Mach Dir Deine Welt, wie sie Dir gefällt
Alles begann einst in der Höhle, die uns vor grobem Unbill schützen musste. Das, was Unbill ist, hat sich in vielen Tausend Jahren schon etwas modifiziert, aber das Empfinden der Bewohner scheint nach wie vor sehr ähnlich zu sein. Eine moderne Vorstellung vom privaten Wohnen bildete sich übrigens erst Anfang des 18. Jahrhunderts in Frankreich aus, als es bei denen, die es sich leisten konnten, schick wurde, bequem und für sich zu wohnen – im Gegensatz zu „repräsentativ und mit vielen zusammen“ (Adel). Der Sinn fürs Private und eine gewisse Intimität liess die Zimmer kleiner werden und die Funktion der Räume der heutigen vergleichbarer. Dieser völlig neue Wohntrend ging mit der Geburt der Kleinfamilie einher, die in der heutigen Zeit zu ca. 75 % aus 1-2 Personen pro „Privatsphäre-Einheit“ besteht. Wer sich vor Augen führt, dass das Recht auf Individualität im Grunde eine gute Sache ist, … der kann dann auch mit einem hoch individualisierten und rasch wechselnden Wohnstil keine Probleme haben. Vorausgesetzt: nicht die Labels diktieren, was darunter zu verstehen ist.

Hier können Sie uns im Nachhinein ein wenig über die Messe begleiten:

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Probewohnen mit echtem Apfelkuchen

Selten gelingt es, ein älteres Haus – drücken wir es erst einmal so aus – derart stimmig und wertig in die moderne Welt zu holen, dass es nicht wie ein Museum wirkt (und auch so riecht), nicht plüschig peinlich ist und auch nicht voller Widersprüchlichkeiten, die am Ende nur Raum für Sarkasmus und Disharmonie bieten. Vintage ist derzeit „angesagt“ und in manchen Wohnmagazinen wird eine Konzept lose Ansammlung von Einzelelementen entsprechend präsentiert. Wer aber, so stellt sich die Frage, fühlt sich davon wirklich angesprochen und kann in einer solchen Umgebung nicht nur „abhängen“ – wie das umgangssprachlich formuliert wird – sondern tatsächlich auftanken? Da sind wir auf ein Angebot aufmerksam geworden, dass mehr mit seinen Besuchern macht, als diesen vor dem Besuch klar war. Und wer vielleicht schon an anderer Stelle von unserem Plädoyer für eine „Dritte Haut“, die passen muss, gelesen hat, wird verstehen, warum wir Ihnen dieses faszinierende Gesamtpaket präsentieren möchten:

Anna Blank ist nicht nur ein Café. Es ist eine geballte Ladung Emotion.

Das Haus "Wiesbadener Strasse 61" zeigt sich authentisch: modernisiert, aber ohne Stilbruch

Das Haus „Wiesbadener Strasse 61“ zeigt sich authentisch: modernisiert, aber ohne Stilbruch

Lange hat die Inhaberin Elena Birkel überlegt, ob sie es tatsächlich aushalten könnte, dass Fremde in ihren privaten Lebensbereich kommen, denn sie und ihre Familie wohnen im Obergeschoss des exzellent modernisierten Gründerzeit-Unikats in Idstein. Neben den eher zwischenmenschlichen Bedenken spielte die Familie auch mit der Überlegung, wie diese fremden Menschen wohl mit dem besonderen Haus umgehen würden und ob es gelingen würde, deren Achtsamkeit für das Echte der wundervollen Materialien zu gewinnen.  Wer Elena Birkel persönlich gegenüber sitzt, weiß aber auch schon so, ohne von der kürzlich erfolgten Eröffnung in der Immobilie „Wiesbadener Strasse 61“ zu wissen, dass ihr eine andere Entscheidung, als die, sich für Gäste wirklich zu öffnen, gar nicht möglich war. Eine ganz besondere Geschichte rankt sich zudem um das Angebot, für „andere Menschen offen zu sein“ (so formuliert es Elena selbst) und das Café Anna Blank, das zwar schon einige Jahre existiert, aber jetzt erst sein Zuhause gefunden hat.

Doch begleiten Sie uns zunächst auf einem kleinen Abstecher. Veränderte Lebensgewohnheiten lassen Menschen immer enger mit ihren elektronischen Kommunikationsmitteln in Verbindung sein, statt mit einem „echten“ Gegenüber. Es gibt witzige Fotos, die zeigen, wie man zwar gemeinsam an einem Tisch sitzt, jeder dabei aber auf sein Smartphone starrt, statt dem Sitznachbarn ins Auge zu blicken. Die neue Lebensweise ist „Snack-“ und „Genussorientiert“ – vorausgesetzt, die Angebote sind 24 Stunden verfüg- u. abrufbar. Gastroberater sprechen von „Third Places“, an denen dann – sozusagen im Nebenbei – konsumiert wird, ein Teil des persönlichen Wohnens findet öffentlich statt. Diesem weltweiten Trend kommen Angebote entgegen, die wohnlicher und individueller sind – international agierende  Gastroketten haben das längst für sich erkannt und umgesetzt –  als dies in der Vergangenheit der Fall war. Privates Wohnen – und damit ein Stück vom eigenen Zuhause – wird mehr und mehr mobil, temporär  und öffentlich, Angebote, die diesen Entwicklungen entgegen kommen, bedienen daher Grundbedürfnisse auf neue Art und Weise.

Elena Birkel hatte keinen Gastroberater zu Rate gezogen, um ein artifizielles und möglichst profitables Konzept auszutüfteln, wie man noch mehr Menschen in ein Café locken und dazu bringen kann, ihr Geld auszugeben.  Genau genommen hat sie nicht nur einen gegensätzlichen Ansatz, sondern sie verkörpert sehr stimmig all das, was „Wert & Inhalt“ bedeuten kann. Und dies wird dem Gesprächspartner sehr rasch deutlich, weil sie auf eine sehr lebendige und glaubwürdige Art und Weise mit Eindrücken aus ihrer Kindheit so verbunden ist, dass sie davon unbeschränkt schöpfen kann. Anna Blank, die Großmutter Elena Birkels, ist im Alter von 78 Jahren gestorben, Elena war damals aber erst 11 Jahre alt. Diese frühen Jahre hat sie intensiv mit ihrer Großmutter verbracht, die der kleinen Enkelin sehr Wesentliches zu teil werden lassen konnte. Kleine Sträuße aus Stiefmütterchen, Veilchen oder Margeriten, die sie zu binden lernte, verteilten die beiden im ganzen Haus. Geruch, Farben, die stille Freude, sich auf die Natur einzulassen, … das hat sich für immer in Elena festgesetzt und ist heute einer der Speicher, aus der die Energie kommt, um ihr ungewöhnliches Angebot überhaupt machen zu können. Alle Kuchen und Torten sind nicht nur hausgemacht, sondern entstehen nach Rezepten, die zum Familienschatz gehören und die auch die längst erwachsene Elena nur in kleinen Dosierungen und erst in den letzten Jahren von ihrer Mutter erhalten hat. Äpfel, Beeren, Zwetschgen und andere Obstsorten kommen aus dem eigenen Anbau und haben weder künstlichen Dünger noch Pestizide gesehen. Elena Birkel verwendet nur die besten Produkte und so erhalten ihre Gäste unverwechselbare und nicht nachzuahmende Köstlichkeiten. Als liebevolle Referenz an ihre Großmutter, die zeitlebens selbst den Wunsch hatte, einmal ein Café zu führen, das an den großbürgerlichen Salon ihrer eigenen Mutter erinnern sollte, gab Elena Birkel ihrem Café  den Namen der geliebten Großmutter, die ihr vor allem verständlich machen konnte, wie wichtig es ist, sich freuen zu können.

Die Großmutter wäre hellauf begeistert vom heutigen „Anna Blank“, denn die über so viele Jahrzehnte existierende Immobilie ist innen und aussen ein lebendiges, die Sinne forderndes Haus. Der Mitteleuropäer, der weiß, was ein Kachelofen beispielsweise mit einem „macht“, dessen Sinne assoziieren sofort eine besondere Wärme, Wohlbefinden, Duft, Zuhausegefühl. Die wunderschönen Betonfliesen sind ein Angebot, das nach historischen Mustern zwar heute gefertigt wird, weit ab aber von der grauen Großformatfliese mit Schieferoptik vom Baumarkt liegt. Das Treppenhaus, die Holztreppe, überhaupt alle Holzeinbauten geben Flair und lassen uns auch ein wenig Gast sein in einer Zeit, die dem Einzelnen offenbar eine Menge zu geben hatte. Der Besucher, der bisher Berührungsängste mit „alten Häusern“ hatte, gewinnt hier – schmerzfrei – eine neue Erfahrung. Und vielleicht wird diese ihn dazu führen, beim Immobilienkauf nicht automatisch auf das Etikett „neu“ zu setzen, sondern auch einmal zu überlegen, wie alterungstauglich sich eine solche Immobilie erweisen und wie viel Flair sie dabei entwickeln würde. Denn darauf alleine kommt es an: was macht die „Dritte Haut“ mit uns.

Nur so kann man einen echten Apfelkuchen mit allen Sinnen geniessen

Nur so kann man einen echten Apfelkuchen mit allen Sinnen geniessen

Auf verhältnismäßig kleiner Fläche ist eine trotzdem großzügige Aufteilung gelungen

Auf verhältnismäßig kleiner Fläche ist eine trotzdem großzügige Aufteilung gelungen

Das Nordost-Zimmer kommt etwas „wärmer“ daher und gibt sich „erdig“

Einer der drei Gasträume, angenehm „unplüschig“

Café Anna Blank

Wohlfühlen hat auch etwas mit Haptik zu tun

Das Haus weiß den Besucher sofort für sich einzunehmen

Original Fenster – Innen und Aussenansicht

Klare Absage an Minimalisten: Kuschelig ist wieder erlaubt

Nach Jahren reduzierten und coolen Wohngefühls ist sie nun vollständig durchgebrochen, die ungebremste Lust an taktilen und visuellen Reizen mit starkem Bezug zur Natur und tiefer sitzenden Erinnerungen an Kuscheliges und Heimeliges. Die Berghütte wohnt längst in der Stadt und ersetzt in Form eines rotkarierten Kissens, auf dem ein Fellherz angeordnet ist, den unmittelbaren Kontakt zum ländlichen Leben. Besucher der Tendence 2013 sehen sich mit einer enormen Fülle von Sinneswahrnehmungen konfrontiert, die ein Stück weit vergessen macht, dass sich die Zahl der Aussteller reduziert hat. Das Eintauchen in das so attraktive Angebot von Eindrücken gleicht das aus – wenn auch nicht im direkten Zusammenhang stehend –  denn viel aufregender, als weißer Schleiflack auf großen Flächen ist nun einmal ein Stück Holz, das eine eigene Geschichte zu erzählen hat und diese mitnimmt in das Möbel- oder Dekorationsstück, als das es sich dem Besucher präsentiert.

Plötzlich zeigt jede Art Stoff  Profil.  Sie sind samtig, tief und flauschig und lassen sich beim Berühren gefallen, dass es gleich noch einmal geschehen muss. Farben haben wieder einen Stellenwert und brillieren in Nuancen und Leuchtkraft, unterstützen vor allem das Angenehme einer Atmosphäre und haben selten eine schrille Wirkung. Wir wollen an dieser Stelle nicht die Begeisterung für eine solche Vielfalt bremsen, um darüber zu philosophieren, ob es sich bei den gezeigten Trends um eine unangemessene Sehnsucht nach Nostalgischem handeln könnte, die als Kompensation für täglich zu Erleidendes gelten soll. Auch wenn es sich um die „Herbstmesse“ handelt, die noch einmal die Gelegenheit gibt, sich für das Weihnachts-/Wintergeschäft einzudecken, lässt sich deutlich erkennen: nein, um Weihnachten geht es hier eher nicht. Das Angebot ist insgesamt „erdiger“ geworden, Material und die damit verbundene Geschichte des Ursprungs und der Herstellung haben wieder mehr zu erzählen und zeigen alles andere, als die kalte Schulter.

Zwar ist der Griff zu Gegenständen, die „schon einmal im Rennen waren“, hin und wieder auch mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit unterlegt. Im Vordergrund aber steht ein – fast hemmungslos erscheinendes – Mix, das dicht, turbulent und unterschiedlich wertig erscheinen darf, Hauptsache, es ist individuell zusammengestellt und erzählt im besten Fall sogar eine kleine Geschichte. Unser Video gibt Ihnen einen kleinen Ausschnitt des Präsentierten wieder. Die Mehrheit der Bilder präsentiert „Gesichtetes“ der unten stehenden Anbieter, über deren Website Sie den nächsten, für Sie in Frage kommenden Shop ausfindig machen können.

Als unabhängige Immobilienberater favorisieren wir Charakterimmobilien. Die aktuellen Einrichtungstrends sind da GANZ auf unserer LINIE!

♢ Lazis.com ♢ Biehne-porzellan.de ♢ Pomax.com ♢ vanroonliving.com ♢ domedeco.com ♢ dpi-online.de ♢ LINDDNA.com ♢ kare-design.com ♢ ecodesignsfortoday.com ♢ blueberries.cz ♢ raeder.de ♢ ankedrechsel.de ♢ decorama.de ♢ nordal.eu ♢ bischof-design.com ♢ nya.com ♢ cormulder.com ♢ lambert-home.de ♢ scholtissek.de ♢ viasteinplatten.de

Es könnte so viel Spass machen: Immobilien, massgeschneidert und werthaltig

Wer schon einmal Gelegenheit hatte, ein vom Grunde individuell geplantes und gebautes Haus zu besuchen, wird bei sich festgestellt haben,  dass das nicht ohne Auswirkung auf das eigene Befinden geblieben ist. Über dieses Erstaunen steigt das Interesse für die Bereitschaft, immer mehr Details entdecken zu wollen und aufmerksam zu werden für den Einfallsreichtum, der ihnen zugrunde liegt. Wenn man nicht durch anderes Tun abgelenkt wird, ist dann die nächste Sache, die sich entdecken lässt, dass man sich zu entspannen beginnt und sogar anfängt zu geniessen. Dabei ist das Alter der Immobilie völlig nebensächlich, nur deren „Stimmigkeit“ zählt.

Das Video zeigt sehr anschaulich, wie eine individuelle Immobilie entsteht und was von Beginn an den Ausschlag gibt, diese ihr Leben lang – und das kann deutlich über das Leben ihres Bauherrn hinausgehen –  zu einem Ort zu machen, an dem sich Menschen wohl fühlen und Freude daran haben, sie mit Leben zu erfüllen. Die Geburtsstunde einer Immobilie beginnt nicht mit der Grundsteinlegung. Sie beginnt damit, dass Menschen eine Sehnsucht in sich tragen, wie sie sich unter dem neuen Dach, das entstehen soll, fühlen wollen und welche Art von Leben für sie dort möglich sein soll. Ist der „Sehnsüchtige“ selbst der Architekt, wird er versuchen seinen Idealen Gestalt zu verleihen. Ist der Bauherr der Auftraggeber, wird es für den Erfolg seines Vorhabens ausschlaggebend sein, einen Architekten zu finden, der ihn und seine Sehnsucht nicht nur ernst nimmt, sondern sie zum Ausgangspunkt aller Überlegungen macht. An dieser Stelle scheitern die meisten Träume bereits, denn aus ganz verschiedenen Gründen scheint es zunehmend schwerer zu werden, empathische und fähige Profis zu identifizieren, die den Kampf mit den oft kleingeistigen Regeln und Vorschriften bereit sind aufzunehmen und eine wirkliche nachhaltige Perspektive durchzusetzen.

Nachhaltigkeit, der Versuch, auch in unserer Sprache einen Begriff zu wählen, der dem englischsprachigen Sustainability (sustainable = zukunftsfähig, umweltverträglich) nahekommt, ist in den letzten Jahren zunehmend zum Schlagwort geworden. All zu leicht wird Nachhaltigkeit heute in die Ecke des technisch/materiellen Produktzyklus und dem Endenergieverbrauch zugeordnet. In unserem Verständnis beginnt Nachhaltigkeit an der Stelle, an der eine mit Emotionen und Leidenschaft unterlegte Planung Gestalt annimmt, die von Beginn an menschliche Bedürfnisse nach Licht, Luft, Schutz, Wärme, Freiraum und Individualität keine Sekunde aus den Augen lässt.

Aus Gesprächen wissen wir, dass es an dieser Stelle immer das Argument gibt: Ja, hört sich schön an. Aber die Kosten! – Wir meinen, dass einfallslose und die Bedürfnisse des Menschen missachtende Architektur besonders teuer ist, weil der Lebenszyklus von solchen Immobilien kurz ist, der Ressourcenverbrauch besonders hoch und die Werthaltigkeit angesichts schrumpfender Gesellschaften unterdurchschnittlich  – um nicht zu sagen: desaströs.

Unsere Empfehlung als unabhängige Immobilienberater geht – sehr gut begründbar – weg von der Standard-Neubau-Immobilie und hin zur Identifikation von individuell gebauten Wohlfühlimmobilien, auch wenn diese aktuell vielleicht nicht auf dem Stand des gewünschten Komforts stehen. Wenn die Basiselemente stimmen, ist eine Revitalisierung eine nicht nur machbare, sondern vor allem sehr befriedigende Aufgabenstellung. Sie besitzen danach ein massgeschneidertes Haus, das Ihnen all das gibt, was im Idealfall eine Immobilie zu leisten im Stande ist. Und nach Ihnen wird sie das für jemanden anderen noch einmal leisten können, während die Standard-Neubauten heute oft schon nach wenigen Jahren keine Kaufinteressenten mehr für sich begeistern können. DAS macht den Unterschied.

Typveränderung für Immobilien – eine wirklich spannende Sache

Die Zahl der Immobilien, die in die Jahre gekommen sind und auf den ersten Blick nicht für sich selbst sprechen können, ist eine täglich stark anwachsende. Mehr und mehr haben sich Bilder in den Köpfen festgesetzt, wie modernes Wohnen auszusehen hat – sowohl innen, als auch aussen. Und da gehören diese Bilder nicht dazu. Wer nach einer Immobilie sucht – ob Wohnung oder Haus – kann sich an den leider meist wenig attraktiven Fotos, die in die einschlägigen Datenbanken eingestellt werden, leicht „etwas holen“, das seinem Wunsch nach attraktiven Ansichten jede positive Emotion zu rauben droht. Verkäufer – und da gehören leider auch viele Profis dazu – schiessen aus der Hüfte, mit Smartphone oder Kompaktkamera und „halten drauf, was die Linse hergibt“. Das Ergebnis ist einfach: scheusslich und keinesfalls hilfreich, um dem eigentlichen Wunsch, nämlich einen guten Preis für eine solide Immobilie erzielen zu können, zu erfüllen.

Die Kaufinteressenten wiederum ärgern sich – so hören wir es täglich – über diese Achtlosigkeiten, die es ihnen sehr schwer machen, aus den gezeigten Bildern ihre Schlüsse zu ziehen. Wenn der Verkäufer darauf spekuliert, dass sich der Kaufinteressent dann schon selbst zum Objekt bemüht, um einen eigenen Eindruck zu gewinnen, dann trifft das in der Mehrheit der Fälle nicht (mehr) zu. Die Reaktion ist oft sogar die, dass sich der potenzielle Käufer nach dem ersten „K.O.“-Foto einer entsprechenden Internetanzeige einfach weiter klickt und sich mit dem Angebot nicht beschäftigt, weder beim ersten Besuch im Netz, noch jemals wieder bei einem späteren.

Völlig sprachlos kann man dann werden, wenn zwar der Makler für ein Verkaufsobjekt wechselt, nicht aber die Bilder. Wie wenig reflektiert ist bei solchen Verkäufern wohl die Situation des Kaufinteressenten, wenn er darauf baut, dass der Suchende – der sich oft Monate lang auf den entsprechenden Plattformen aufhält und dadurch teilweise fast einen besseren Markt-Überblick gewinnt, als die Anbieter , dies nicht bemerken wird. Solch ein „kleiner“ Aspekt kann übrigens der Grund dafür sein, dass eine Immobilie über Jahre hinaus nicht verkauft werden kann und schliesslich so „verbrannt“ ist, dass auch neue Fotos nicht mehr viel ausrichten können.

Diese Effekte ins Positive gedreht, führen zu einem Vermarktungsansatz, der die Immobilie von Anfang an mit den Augen des – zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bekannten – Käufers betrachtet. In der ersten Stufe bedeutet dies: Sichten, wo die Potenziale liegen und für wen diese interessant sind (wer ist die Zielgruppe für das Objekt?) und wo liegen die Stolpersteine, die vorab aus dem Weg geräumt werden müssen.

Das Video zeigt das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise. Das Haus war zuvor sowohl von den Eigentümern (ohne Makler u. provisionsfrei) und dann auch mit Makler ohne Erfolg angeboten worden. Allerdings hat man das Haus lediglich geräumt und in allem so belassen, wie es der verstorbene (bisherige) Eigentümer genutzt hatte. Das Ergebnis unserer Arbeit sehen Sie in dem Video und die erste Besichtigung, die wir durchgeführt haben, war bereits die, mit den heutigen Eigentümern. Innerhalb weniger Wochen war der Verkauf abgeschlossen und alle Beteiligten hatten ein „breites Grinsen“ im Gesicht.

Unsere Arbeit als unabhängige Immobilienberater erlaubt es uns, eigene Wege in der Immobilienvermarktung zu entwickeln und auszuprobieren. Dabei haben wir eine Expertise aufgebaut, die in dieser Form einzigartig ist. Das bringt unseren Kunden eine ganze Menge und so empfehlen sie uns direkt weiter.

 

 

Modernes Leben: schneller Wohnen

Das Leben in einer City stellt einen idealen Mikrokosmos dar, in dem sich eine – immer noch wachsende – Varianz von Lebensstilen auch in Form individualisierter Wohnwünsche „Raum“ und Ausdruck verschaffen möchte. War das Thema Wohnen in früheren Jahrzehnten eher gekennzeichnet von Attributen wie wohlhabend, bürgerlich oder einfach, ist der Wunsch nach „schönem Wohnen“ heute Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und dadurch weniger statisch und stattdessen nach reizvoller Abwechslung drängend. Das gibt dem einschlägigen Handel und den dazu gehörenden Dienstleistungen eine ausgezeichnete Chance, Kunden für Wohnstile und Highlights zu gewinnen, die das Spiel mit der Abwechslung so reizvoll machen. 
Mehr und mehr lässt sich beobachten, dass sich dort harsche Grenzen für Kunden auftun, wo diese Lust an der Vielfalt und dem schnelleren Anpassen an sich verändernde Lebensstile, -umstände und Gewohnheiten durch ein Immobilienangebot abgewürgt wird, das – unabhängig vom Entstehungsjahr – darauf wenig Rücksicht nimmt. Es beginnt mit Forderungen wie „Barrierefreiheit für alle“, Ausrichten der Immobilien nach Licht und Sonne, Emissionsfreier (oder zumindest –armer) Bausubstanz und – ganz wichtig – flexiblen Grundrissen. Auf der Seite der Bau-Entscheider (Neubau und Bestand) nimmt die Zahl derjenigen, „die es so machen, wie sie es immer gemacht haben“, nur sehr zäh ab und die Zahl derjenigen, die verstanden haben, das moderne Lebensumstände auch in modernen Wohnumständen gespiegelt werden müssen, scheint nicht spürbar zu wachsen.

Die aktuelle Welle des urbanen Wohnstils mit gesteigerter Nachfrage im Kauf- und Mietbereich hilft dieser Bedarfssituation leider nicht auf die Beine. Vielmehr hilft sie, Immobilien „teuer“ zu machen, die ihren Preis nicht wert sind, besonders nicht, wenn man die mittel- u. langfristige Entwicklung betrachtet. Wenn die persönlichen Lebensumstände (Jobwechsel, Partnerwechsel, neue Lebensmodelle) kurzfristiger wechseln, muss das Wohnen diesen Umständen folgen können und darf nicht dazu führen, dass ein finanzielles Desaster für den Einzelnen entsteht.

Wohnen – Leben – Frei sein

Immobilien - unsere dritte Haut

Die herkömmliche Bewertung von Wohnraum geht davon aus, dass die Immobilie den Rahmen setzt und die Bewohner das für sie Beste daraus machen. Aktuell lernt der Immobilienmarkt, dass dieser Ansatz von Immobilienkäufern nicht mehr goutiert wird. Wenn Umfeld, Erreichbarkeit, Emissionen (jeder Art) und Infrastruktur – auch der Immobilie selbst – nicht passen, ist die Immobilie nur extrem zäh – oder sogar überhaupt nicht – zu verkaufen.Zunehmend erhalten Immobilien eine neue Wertigkeit. Sie müssen als der Ort tauglich sein, der in kurzer Zeit maximale Regeneration ermöglicht.

Frau Rösler, als Vorstand der PPM AG sind Sie inzwischen führend im Bereich der „anderen“ Immobilienvermarktung. Sie nehmen eine völlig neue Sichtweise ein und demonstrieren damit ein außergewöhnliches Trendgespür. Analysen über Markt- und Bevölkerungsentwicklung, sowie neue Heran-gehensweisen im Immobilienmarketing prägen ihren richtungsweisenden Ansatz.
Wohnen und Wohlfühlen – sind das nicht Themen, die mehr der Inneneinrichtung vorbehalten sind? Schließlich kann man durch Einsatz eines sehr reichhaltigen Beratungs- und Produktangebotes eine Menge machen, um die Wohnqualität zu optimieren.  

Wer wollte hier Wasser in den Wein gießen? Nein, wir begeistern uns selbst und mit nicht nachlassendem Interesse an kreativen Vorschlägen, die auf ein schönes Wohnen abzielen. Faszinierend, welche tollen Ideen und Entwicklungen es hier – nicht zu vergessen sind die Impulse die „cross over“ und „multinational living“ setzen – in den letzten Jahren gegeben hat. Je neugieriger die Menschen aufeinander und ihren jeweiligen Wohnstil werden, desto vielfältiger und Facetten reicher wird das Angebot. Das ist toll, aber dahin zielen wir nicht.

Es geht um die Stufe, bevor Einrichten ein Thema werden kann. Wohnen wird erst möglich, in dem Wände bzw. irgendeine Begrenzung – und wenn es nur ein definierter Raum ohne Wände wäre – vorhanden ist. Uns geht es darum, WO sich dieser Raum befindet, wodurch er insgesamt begrenzt wird und ob die vorhandenen Strukturen geeignet sind, um sie für den Aufenthalt von Menschen zu einem Ort werden zu lassen, der auf die Bewohner optimale Effekte abstrahlt.

Da sind Sie ja fast in „meinem Gebiet“! Als Feng-Shui Architektin setze ich mich natürlich mit solchen Fragen intensiv auseinander. Steigen Sie da auf ein Trittbrett auf?

Energetische Themen betreffen uns alle, da ist gar nicht zu vermeiden, dass sich Parallelen, Schnittstellen und Multiplikatoren ergeben. Uns geht es weniger um eine Differenzierung in der Einschätzung eines Potenziales, das mit einer Immobilie einhergeht, sondern mehr um eine Annäherung an diese Thematik, die den modernen Menschen dort abholt, wo er sich im Alltag befindet. Ohne einen speziellen ideologischen oder philosophischen Überbau voraus zu setzen, reflektieren wir, was wir beobachten und durch unsere Marktteilnahme erfahren und erleben.

Können Sie etwas genauer beschreiben, wie sich diese Veränderungen, von denen Sie sprechen, darstellen?

Beginnen wir mit der Arbeitswelt. Mit zunehmender Penetranz haben Unternehmen ihren Arbeitnehmern verdeutlicht: dass alles unsicher, unbestimmt, hoch flexibel und Kosten affin ist. Eine kaum überschaubare Anzahl von Arbeitnehmern hat in den letzten zwanzig Jahren die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, den Arbeitsplatz zu verlieren. Wer noch nicht selbst betroffen war, ängstigt sich – manchmal mehr, manchmal weniger intensiv – eine solche Erfahrung machen zu müssen. Leistungsverdichtung und die schöne moderne Kommunikationswelt haben ergänzend dazu beigetragen, den Anforderungslevel sozusagen „in den Aufzug zu setzen“. Wer dann keine vernünftige Wohnsituation hat und sich nicht in kürzester Zeit physisch und psychisch regenerieren kann,  ist „angezählt“ und spürt das auch. Das wiederum erhöht den Druck und seine Not nimmt zu.

Die notwendige Erholung kann vielleicht mit einem schönen Sofa stimuliert werden. Nicht aber, wenn das Sofa in einer Wohnumgebung steht, die laut, stinkend, eng und mit E-Smog und Schimmelsporen belastet ist. Gibt es genügend Einflüsse, die nicht stärken, sondern schwächen, ist eine Immobilie für ihre Bewohner wenig attraktiv bis schädlich. Das individuelle Reservepotenzial eines Arbeitnehmers – um das Beispiel noch einmal anzusprechen – ist bereits durch die gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt stark beeinträchtigt. Wenn sein Zuhause dann zusätzliche Anforderungen stellt, bleibt kein Ort mehr, der in ausreichendem Maße helfen würde, sich zu regenerieren. Ein Urlaub kann das natürlich – da fehlt die Kontinuität – nicht ausgleichen.

Gibt es weitere Beispiele von Lebensentwürfen, für die die Wohnsituation eine ähnlich grundlegende Bedeutung hat?

Ich kann mir eigentlich keine vorstellen, die es hinnehmbar machen sollte, auf essentielle Wohnqualität verzichten zu müssen. Die Auswirkungen, die z.B. ein Befall mit Schimmelsporen auf die Gesundheit und die Lebensdauer von Menschen hat, ist bekannt, bzw. für jedermann durch ein paar Klicks zu recherchieren. Es ist auch bekannt, dass durch die Art und Weise, wie Häuser heute bevorzugt errichtet werden, der Schimmel bereits systematisch eingebaut wird. Warum sollte man eine solche Immobilie kaufen und damit dokumentieren, dass man „freiwilliger Teilnehmer eines Selbstversuchs mit dem Ziel der nachhaltigen Schädigung seiner eigenen Gesundheit ist“?  Wir stellen jedenfalls fest, dass es immer mehr Käufer gibt, die beginnen, sich selbst und ihre Bedürfnisse ernster zu nehmen.

Ist es nicht sehr aufwändig für einen potenziellen Immobilienkäufer, bei teilweise knappem Angebot auch noch darauf zu achten, dass ihm eine Immobilie sozusagen „gut tut“?

Ja, da ist so. Und genau hier beginnt „Rendite“. Mal eben schnell ein noch besseres Finanzierungsangebot einzuholen, ist – ich sage es deutlich – läppisch. Die Kernfrage, die sich ein potenzieller Immobilienkäufer stellen muss, ist die folgende: WIE würde sich der Kauf der Immobilie X oder Y insgesamt für mich/uns auswirken. Das Aufsummieren von bereits bekannten Kostenaspekten muss gegengerechnet werden zum Wohnwert und zum Werterhalt. An dieser Stelle lügt sich manch einer in die Tasche und erwirbt ein „neues“ Häuschen oder eine „Penthouse-ähnliche-Luxuswohnung“ von der Stange, die bereits kurz nach dem Erstbezug massiv an Wert verloren haben. Der Wertverlust – und hier schließt sich der Kreis – kommt dadurch zustande, dass es kaum potenzielle Käufer für eine solche „Null-acht-fünfzehn“-Lösung mehr gibt.

Ist das ein Plädoyer für den Altbau?

Keineswegs. Es ist ein uneingeschränktes Plädoyer für eine dritte Haut, die nicht kratzt.

 *** Heike Maria Bachus, Architektin & Feng-Shui Expertin, Wiesbaden interviewt Monika M. Rösler, Vorstand PPM AG  www.ppm-ag.com